Stadtteil Wilhelmsruh

Stadtteil Wilhelmsruh

19. Juni 2024 / Andreas Kirchner

Entstanden ist der Ortsteil Berlin -Wilhelmsruh als eine Landhauskolonie der Gemeinde Rosenthal. Sie gehörte schon im 19. Jahrhundert zu den Villenvororten Berlins. Eine eigene Karte für den Ort entstand rund um das Jahr 1892 und man sieht, dass sich auf dieser fast ausschließlich unbewaldetes und ländliches Gebiet befand. Die Orte hier in der Gegend wurden durch eine ungepflasterte Straße miteinander verbunden, allerdings gab es auch eine einzige Haltestelle der Nordbahn die hier seit 1877 fährt. Der Name Wilhelmsruh tauchte das erste Mal in Protokollen der Gemeindesitzungen Rosenthal im Jahre 1894 auf, aber schon zwei Jahre zuvor wurde der Name beantragt. Der Name kam wahrscheinlich daher, dass Kaiser Wilhelm öfters durch das Gebiet geritten ist und er auch hier hin kam um Ruge zu haben. Andere Meinungen sagen, dass er durch den Restaurantbesitzer Wilhelm Grande und seinem Seebad Wilhelmsruh entstanden ist. Die ersten baulichen Entwicklungen waren sehr langsam und träge: Vorgesehen für das Wilhelmsruher Gebiet waren erst einmal nur Landhäuser, einzelne Grundstücke und Straßenpflasterungen. Vor allem zwischen den Jahre 1900 und 1905 hat sich im Ort einiges getan: Straßen-Gasbeleuchtungen wurden eingeführt, viele Bäume gepflanzt und die Lutherkirche wurde erbaut. Ein weiterer prägender Schritt der Entwicklung vom Wilhelmsruh war der Baustart im Jahre 1906, der Firma Bergmann Elektrizitätswerke. Diese kaufen ein 76000 m2 großes Gelände in der Nachbarschaft von Wilhelmsruh und folgten der modernen Industrieentwicklung. Nach der Bildung des Groß-Berlin Gesetzes, dass im Oktober 1920 in Kraft getreten war, wurde Rosenthal zu den neugegründeten Bezirken Pankow und Reinickendorf geteilt. Wilhelmsruh selber gehörte bis zum Jahre 1938 zu Reinickendorf.

Durch die Berliner Bezirksreform die ab 1938 in Kraft trat, wurde das Gebiet um Wilhelmsruh neu sortiert. Hierbei erhielt Pankow das südliche Gebiet des Nordgrabens mit der Siedlung Wilhelmsruh und das Gelände der Bergmannfabrik. Die restlichen meistens noch unbebauten Teile verblieben weiterhin bei Reinickendorf, wo in den 1960er Jahren auch das Märkische Viertel entstand. Vor allem die Bergmann-Fabrik wurde durch seine Lagerung vom Rüstung im Krieg stark zerstört. In der Nachkriegszeit wurde viel darangesetzt, die Bergmannfabrik wieder aufzubauen und an den Rändern der Siedlung entstanden viele fünfgeschossige Bauten für mehr Platz und Wohnraum. Vor allem nach dem Mauerbauer war der Ortsteil Wilhelmsruh fast eine Enklave. Hier konnte man nur noch vom Bus aus Pankow anfahren, da alle anderen Bahnhöfe etc. geschlossen wurden. Einen großen Schritt der Entwicklung gab es erst wieder nach der Wende im Jahre 1989. Es wurde ein Fußgängerübergang an der Kopenhagener Straße eingerichtet und ab dem Tag konnte auch die S-Bahn wieder genutzt werden. Die Bergmann-Borsig Werke hatten nach der Wende eine schwere Zeit und große Teile und Flächen sind damals leer gestanden. Es kam erst mit der Gründung des heutigen PankowParks 1998 wieder Schwung in die Gegend und viele neue Firmen siedelten hier an. Aber nicht nur die Industrie nahm einen Aufschwung. Auch erhielt Wilhelmsruh in den 1990er Jahren viele neue Ein und Mehrfamilienhäuser und einige wunderschöne Stadtvillen.

Die Entwicklung der Bevölkerung von Berlin- Wilhelmsruh:

  • 1900: 636 Einwohner
  • 1905: 2685 Einwohner
  • 1919: 4433 Einwohner
  • 1949: 6148 Einwohner
  • 2007: 7155 Einwohner
  • 2020: 8123 Einwohner
  • 2023: 8253 Einwohner

Sehenswürdigkeiten & Restaurants und die direkte Umgebung:

  • Bahnhof Berlin Wilhelmsruh                                 
  • alte Bergmann Fabrik
  • Luther-Kirche                                                        
  • Bergmann Elektrizitätswerk
  • Stadtvillen                                                             
  • Umspannwerk Wilhelmsruh
  • Wilhelmsruher See                                               
  • einige Altbauten

Anfahrt und Parkmöglichkeiten:

Mit dem Auto:

Wenn ihr mit dem Auto vom Berliner Hauptbahnhof fahrt, dann braucht ihr ca. 25 Minuten bis ihr im Ortsteil Wilhelmsruh angekommen seid. Hier könnt ihr über die B96 oder aber über die B96 und die Kopenhagener Straße fahren. Beide Strecken sind Kilometermäßig genau gleich lang. Je nachdem wo genau ihr in Wilhelmsruh landen wollt, müsst ihr schauen wo ihr parkt.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:

Auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt ihr vom Berliner Hauptbahnhof bis zum Ortsteil Wilhelmsruh. Es dauert nur mit rund 45 Minuten eine ganze Weile länger als mit dem Auto. Hier könnt ihr beispielsweise den M8 bis zur Haltestelle „ S Nordbahnhof“ fahren und von dort aus mit der S1 direkt nach Wilhelmsruh. Es fahren aber auch einige Buslinien direkt dorthin.

Andreas Kirchner
Andreas Kirchner ist Herausgeber des Magazins ausflugsziel-berlin.de. Auf unserer Seite stellen wir Ihnen Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele, Attraktionen sowie wissenswerte Fakten über Berlin zur Verfügung.

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